Milchhof Nürnberg

0701.01-Milchhof

Diplomarbeit WS 06/07 von Gunther Schmitt

Universität Stuttgart

Institut für öffentliche Bauten | Prof. Arno Lederer

Die Arbeit beschäftigte sich mit der Umnutzung des inzwischen abgerissenen Betriebsgebäudes des Milchhofs in Nürnberg zu einer Kunstakademie. Der Milchhof in Nürnberg wurde nach Plänen des Architekten Otto Ernst Schweizer gebaut und 1931 als größte Anlage ihrer Art in Europa in Betrieb genommen. Zentrales Gebäude des Areals ist das 110m lange und 25m tiefe Betriebsgebäude in dem sich früher Anlagen zur Produktion von Milch und Molkereiprodukten befanden. Der Bau wird von einer nur 8cm dicken Betonschale stützenfrei überspannt, die durch ihre charakteristische Faltung ihre Stabilität erhält. Seit Auszug der Betreibergesellschaft in den 90er Jahren stand das Gebäude leer und war mittlerweile – trotz Denkmalschutzes – vom Abriss bedroht. Das Gebäude bildet mit seiner sehr flexiblen Struktur, seiner nach Norden ausgerichteten Hauptfassade sowie seinen zum Teil großen Geschosshöhen eine sehr gute Grundvoraussetzung zur Nutzung durch Atelierräume und Werkstätten. Die Akademie der bildenden Künste Nürnberg könnte im Milchhof einen gebündelten, zentrumsnahen Standort beziehen, an dem sie von der Nähe zu anderen Hochschulen der Stadt profitieren und zudem durch ihre exponierte Lage besser in die öffentliche Wahrnehmung treten könnte als bisher.

Da sich das Gebäude in einer Industriebrache aus verlassenen Logistikhallen befindet, geht der Arbeit ein städtebaulicher Entwurf zur Neubebauung des gesamten, etwa 40.000qm großen Areals voraus.

Das Gebäudeäußere wird weitgehend im denkmalgeschützten Originalzustand belassen. Im Inneren erfolgt eine Öffnung. Wichtig ist dabei die Herausarbeitung der charakteristischen Struktur des Gebäudes: Wie die Fassade wird auch das Innere des Baus entscheidend durch die massiven Stahlbetonstützen geprägt. Im momentanen Zustand sind die Grundrisse des Gebäudes durch nachträglich eingebaute Trennwände sehr unübersichtlich und eine Orientierung kaum möglich. Die neue Aufteilung der Grundrisse orientiert sich wieder klar an dem bestehenden Stützenraster. Zusätzlich sollte das Dach im Inneren des Milchhofs besonders in Szene gesetzt werden. Während sich an Nord- und Südseite des Baus die Ateliers bzw. Werkstätten befinden, wird im Inneren des tiefen Gebäudes ein großer Luftraum geschaffen, der nicht nur die Haupterschließung in Form einer das Gebäude durchziehenden Freitreppe mit umlaufenden Galerien beinhaltet, sondern auch aus allen Stockwerken den Blick auf die denkmalgeschützte Dachkonstruktion freigibt. Als Verbindung zwischen Ateliers und Werkstätten bleiben im Innenraum Reste der ursprünglich durchlaufenden Decken als „Brücken“ erhalten, die neben der Funktion als Erschließung auch als Präsentations- und Ausstellungsfläche dienen können.

 

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